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WARUM ZENTRALBANKEN 2026 WEITER GOLD KAUFEN
Am 06/08/2026 18:30 durch La rédaction Godot & Fils

Die Zentralbanken kaufen auch im Jahr 2026 noch Gold, da die Welt des Geldwesens weniger vorhersehbar ist. Die Zinsen bleiben hoch, die geopolitischen Spannungen halten an, die Staatsdefizite geben Anlass zur Sorge und das Vertrauen in die großen Währungen verteilt sich auf verschiedene Währungen. Vor diesem Hintergrund behält Gold seinen einzigartigen Status. Es ist niemandes Schuld. Es hängt weder von einem emittierenden Staat noch von einer Geschäftsbank oder einem von einer ausländischen Macht kontrollierten Zahlungssystem ab. Diese Neutralität zieht die Währungsbehörden an. Der World Gold Council gibt an, dass die Zentralbanken im zweiten Quartal 2026 288,9 Tonnen Gold gekauft haben. Dieser Aufschwung nach einem verhaltenen ersten Quartal bestätigt, dass die offiziellen Käufe Teil einer nachhaltigen Strategie sind.

Die offizielle Nachfrage zieht wieder an

Die verfügbaren Daten bestätigen eine weiterhin starke, jedoch nicht einheitliche offizielle Nachfrage. Im Mai 2026 stiegen die gemeldeten weltweiten Reserven laut den aus IWF- und Zentralbankdaten zusammengestellten Angaben netto um 41 Tonnen. In den ersten fünf Monaten des Jahres kauften Polen 64 Tonnen, Usbekistan 33 Tonnen, China 25 Tonnen und Kasachstan 20 Tonnen.

Diese Zahlen sind jedoch vorsichtig zu interpretieren: Statistiken können revidiert werden und erfassen nur gemeldete oder geschätzte Transaktionen. Zudem können monatliche Veränderungen Swaps oder andere Geschäfte enthalten. Das Bild zeigt daher wiederkehrende Käufe einer Gruppe von Akteuren, nicht ein gleiches Verhalten aller Zentralbanken.

Reserven diversifizieren, ohne den Dollar aufzugeben

Reservewährungen und Staatsanleihen bleiben für laufende Zahlungen und rasches Handeln an den Märkten unverzichtbar. Gold soll sie nicht ersetzen. Vielmehr bildet es einen ergänzenden strategischen Baustein, der die Konzentration eines Reserveportfolios auf währungsdenominierte Anlagen verringert.

Diese Diversifizierung betrifft insbesondere Zinsrisiken, Kreditrisiken der Emittenten und Schwankungen der Reservewährungen. Eine IWF-Studie stellt fest, dass aktiv in Gold diversifizierende Zentralbanken vor allem in Schwellenländern ansässig sind und der Goldanteil bei größerer globaler wirtschaftspolitischer Unsicherheit tendenziell steigt.

Auf geopolitische Risiken reagieren

Devisenreserven sollen vor allem die Widerstandskraft einer Volkswirtschaft bei Druck auf Währung, Zahlungsbilanz oder Außenfinanzierung stärken. Gold hat dabei einen besonderen Vorteil: Es weist kein Kreditrisiko auf. Der IWF betont zudem sein langfristiges Resilienzpotenzial in Stressphasen.

Diese Eigenschaft beseitigt jedoch das Marktrisiko nicht. Der Goldpreis kann stark schwanken, und das Metall erwirtschaftet keinen laufenden Ertrag. Zentralbanken halten es deshalb innerhalb einer breiteren Reservestruktur, während andere Vermögenswerte die sofortige Liquidität sichern.

Die wichtigsten Käufer 2026

Die Käuferprofile verdeutlichen die Vielfalt nationaler Strategien. Ende Mai hielt die Polnische Nationalbank 614 Tonnen und verfolgte ein bekannt gegebenes Ziel von 700 Tonnen. China erhöhte seine Bestände im Mai um 10 Tonnen, laut der Zusammenstellung des World Gold Council im zwanzigsten Monat mit Nettokäufen in Folge, auf rund 2.331 Tonnen oder 9 % seiner Reserven.

Usbekistan, das seit Jahresbeginn 33 Tonnen gekauft hatte, wies einen Goldanteil von rund 87 % seiner Reserven auf. Solche Anteile lassen sich nicht von einem Land auf ein anderes übertragen: Sie hängen von Reservestruktur, Liquiditätsbedarf und den jeweiligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.

Eine durch Umfragen bestätigte Überzeugung

Dieser Trend stützt sich nicht nur auf gemeldete Käufe. Der World Gold Council gibt in seiner Umfrage 2026 zuden Reserven der Zentralbanken an, dass 89 % der befragten Zentralbanken in den nächsten zwölf Monaten mit einem Anstieg der weltweiten Goldreserven rechnen. Ein Rekordanteil von 45 % plant zudem, die eigenen Reserven aufzustocken.

Diese Daten zeigen, dass Gold nach wie vor als vorrangiger Reservewert angesehen wird. Selbst bei hohen Preisen legen die Zentralbanken Wert auf Sicherheit, Diversifizierung und Neutralität. Der Einstiegspreis spielt zwar eine Rolle, stellt jedoch das strategische Ziel nicht in den Hintergrund.

Fazit

Die Zentralbanken kaufen auch im Jahr 2026 weiterhin Gold, da das globale Umfeld stärker diversifizierte, neutralere und robustere Reserven erfordert. Der Aufschwung im zweiten Quartal bestätigt, dass der Trend trotz eines zögerlichen Jahresauftakts weiterhin solide ist. Gold erfüllt mehrere institutionelle Anforderungen: die Abhängigkeit vom Dollar zu verringern, sich vor geopolitischen Risiken zu schützen, die Glaubwürdigkeit der Bilanz zu stärken und eine weltweit anerkannte internationale Reserve zu bewahren. In einem stärker fragmentierten Währungssystem gewinnt es wieder eine zentrale Funktion: die eines vertrauenswürdigen, seltenen, liquiden und unabhängigen Vermögenswerts.


Durch La rédaction Godot & Fils

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